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Remscheid – Aktives Stadtmarketing mit einem Nazisymbol, das u.a. für Massenmord, Judenverfolgung und Auschwitz steht

Ich kenne keine andere Stadt, die aktiv ein Denkmal aus der Nazizeit und Nazisymbol als Symbol und Vorlage für das Stadtmarketing ab 2014 bis heute (2016) nimmt und so völlig den historischen Zusammenhang ignoriert.

Zudem finde ich es bemerkenswert, daß ein Nazisymbol, welches u.a. für Auschwitz steht, einfach so als Vorlage genommen werden darf. Wer sonst Nazisymbole nutzt, bekommt echte Probleme. Berührt hier die Geschichte die Gegenwart?
Man nimmt ein von Nazis gemachtes Symbol als neues lokalpatriotisches Schlüsselsymbol für Remscheid.

remscheid_nazis

2019 weist der Remscheider General Anzeiger darauf hin, daß die Einweihung des Löwen am 1. Mai 1939 zum Dank an den Führer die größte Kundgebung war, die je in Remscheid stattfand.

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Von der Liberationroute zur Naziroute zwischen Midden-Limburg und Remscheid

Wie unterschiedlich doch der Umgang mit Geschichte sein kann!

In Midden-Limburg in den Niederlanden wird aktiv Geschichte gezeigt und darüber gesprochen, was vor ein paar Jahrzehnten passiert ist.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Ganz anders in Remscheid in Deutschland, nicht einmal eine Autostunde entfernt. Dort wird das größte Nazidenkmal der Stadt genutzt, um aktive Stadtwerbung zu betreiben. Die Geschichte wird von offizieller Seite nicht einmal erwähnt geschweige denn ordentlich aufgearbeitet und so am Denkmal kenntlich gemacht wie in den Niederlanden.

Daher habe ich nun eine Tafel gemacht, die mit wenigen Worten erklärt wie beschämend Remscheid mit diesem Teil seiner Geschichte umgeht und wie ahistorisch dieser Akt der politischen Klasse dieser Stadt ist.

remscheid_germany_nazi_history_1939_2016_remember

So werden hoffentlich direkt die Zusammenhänge und die Versäumnisse klar. Remscheid wirbt mit einem Nazidenkmal als Vorlage und überall in der Stadt. So berührt die Vergangenheit die Gegenwart – und dies im Angesicht von Projekten wie der Liberation Route Europe. Aber alle öffentlich geäußerten Vorschläge, dieses Thema hier ebenso sachlich und instruktiv anzupacken, wurden ignoriert.

Deutschland vor Ort 2016.

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Wenn Geschichte die Gegenwart berührt und das Recht die Kraft verliert

Der Remscheider Nazilöwe (das Denkmal aus der Nazizeit als Symbol für den Führerkult), welcher zentrale Vorlage der aktuellen Kampagne des Stadtmarketings für Remscheid ist, wurde nun schon vielfach beschrieben und aufgearbeitet.

Die Tatsachen sind klar.

Dennoch werden sie z.T. bestritten wie man in Kommentaren zu diesem Thema lesen kann. Und es wird weiter so getan als ob dies alles keine Rolle spielt. Auch Kommentare z.B. von mir werden nicht publiziert, wenn sie nicht passen. Aber da jeder das Recht hat, auf seinem Blog oder Forum zu tun, was man will mit den Beiträgen anderer, ist dies eben so. Man muß es nur im Hinterkopf behalten!

Man kann dies alles dokumentieren. um zu zeigen, wie hier die Geschichte die Gegenwart berührt und wie damit umgegangen wird.

Ein Nazidenkmal das „die Bewohner unserer Stadt allezeit an die Großtaten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler“ erinnern soll, so die Worte im rga zur Einweihung 1939,  darf in Remscheid angemalt aktuell hundertfach(?) verbreitet werden?

Bedeutet dies, daß Denkmäler der Nazis nun also wieder nachgemacht und verbreitet werden dürfen?

So haben die Nazis von damals es geschafft, daß dieses Denkmal heute überall verbreitet wird und an zentralen Stellen von Remscheid zu sehen ist.

Der Zyniker würde vielleicht denken, was lange währt wird endlich gut. Ich denke da lieber nicht dran.

Bei Hakenkreuzschmierereien schreit man in Remscheid, hier macht man mit?

Da kann man sich nur wundern.

Nur ein paar Kilometer von hier hinter der niederländischen Grenze unterrichtet man die Bevölkerung bis heute darüber, wie blutig und aufopferungsvoll die Kämpfe waren, um Europa und die Niederlande von diesen Massenmördern zu befreien. Und hier wird ein Denkmal dieser Massenmörder vervielfältigt und verteilt.

(Und Aufklärung findet überhaupt nicht statt. Man stelle sich vor der Stadtrat von Remscheid hätte beschlossen auf einer Tafel (wie in den Niederlanden) mit Fotos zu zeigen, daß dieses Denkmal 1939 gebaut und eingeweiht wurde, um an die Großtaten des Führers zu erinnern. Und dann wäre der Vorschlag gekommen, dieses Denkmal nun hundertfach zu vervielfältigen und überall in Remscheid aufzustellen – es wäre sehr interessant sich vorzustellen, was dann passiert (oder auch nicht) passiert wäre…)

Nun denn.

Ich möchte dieses Thema für mich hier nicht weiter verfolgen.

Ich habe im Rahmen der Meinungsfreiheit mehrfach meine Meinung gesagt.

Ich halte es mit Martin Niemöller.

Und ich denke weiter, weil Diktaturen kein Monopol von Nazis sind sondern auch links und in der neoliberalen Mitte entstehen:

Denn eine neue Art der Diktatur kann auch aus Parteien erwachsen,

Was hält sie davon ab auch gegen andere Gesetze zu verstoßen?