Entgrenzung als Zeitgeist

Es gab immer schon Regionen und Zeiten, in denen die Menschen sehr unsicher lebten. Unsicherheit meint dabei nicht das Sterben als conditio humana sondern die fehlende Sicherheit im Verhalten miteinander und in der Lebensplanung.

Menschen geben fast alles für etwas Sicherheit und diese Sicherheit wird heute systematisch immer mehr Menschen genommen.

Die Unterscheidung zwischen gut und böse, richtig und falsch ist eine der wichtigsten Unterscheidungen überhaupt.

Wenn es gut ist anderen zu helfen und wenn es gut ist ehrlich und aufrichtig zu sein, dann ist es falsch, dies nicht zu tun.

Wenn Gesetze aber nicht mehr gemacht werden, um dies zu regeln sondern gut heute von denen definiert wird, die das Geld haben, dann wird aus dem Guten das Schlechte.

Früher sagte man, wenn Recht zu Unrecht wird, dann wird Widerstand zur Pflicht.

Wir leben in einer Zeit, die immer mehr jungen Menschen keine Perspektive gibt. Der Grund ist die Grenzenlosigkeit. Es gibt keine Grenzen mehr und deshalb auch keinen Halt.

Aber Menschen brauchen Grenzen, Menschen finden ihre Identität durch Abgrenzung und Menschen brauchen Regeln.

Jede Kultur hat welche, Profit hat keine, weil Profit als Regel keine Kultur ist. Sie verändert die Kultur, wenn der Profit durch Gesetze die Kultur dominiert und Profit verfeinert die Kultur, wenn er nicht entscheidend ist.

Und so leben wir in einer Zeit ohne Grenzen.

  • Grenzenloses Wachstum,
  • grenzenlose Kommunikation und
  • grenzenloser Reichtum
  • grenzenlose Armut
  • grenzenlose Umweltverschmutzung

Leben in entgrenzter Zeit ist das, was uns als neue Herausforderung begegnet.

Wie antworten wir darauf?

Ich bemerke, wie immer mehr Menschen sich Regeln suchen als Orientierung.

Welche das sind?

Das sind so viele wie es Menschen gibt. Einige dominieren.

Die kommenden Flüchtlingsströme werden die Welt so verändern wie es schon einmal bei den Völkerwanderungen war.

Das kapitalistische Wirtschaftssystem hat sich in seiner egoistischen Form nach dem Untergang des Sozialismus durchgesetzt. Es existiert in demokratischer und diktatorischer Form. Sein Prinzip ist Profit und Wachstum. Aber diese Antwort reicht nicht mehr, weil es immer mehr Arme und immer weniger Reiche gibt. Autos kaufen keine Autos.

So werden aktuell Kontinentalregierungen konstruiert, die die Menschenmassen beherrschen sollen. Aber es ist ein Club der privaten Superreichen auf allen Kontinenten, der dahinter steckt.

Der Journalismus hat dies aufgedeckt bis zu den geheimen Verstecken der chinesischen Millionäre. Aber es geschieht nichts, weil es keine Weltmacht mehr gibt.

Es gibt auch keine universelle Antwort darauf. Die Geschichte zeigt uns immer wieder, daß alles einen Anfang und ein Ende hat. Frieden gibt es immer nur regional und heute sind wir in der Lage, alles zu zerstören.

Die Vernunft siegt schon lange nicht mehr und die vielen Texte – so wie dieser hier – haben keine Wirkung weil es keine Wirkungsmacht mehr gibt.

So bleibt die Welt so wie sie ist.

Die Hoffnung stirbt dabei zuletzt – aber sie stirbt.

 

 

 

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