Veröffentlicht in Altertum

Das Alte Rom. Leben und Alltag von Nancy H. Ramage und Andrew Ramage

Wie kann man Geschichte interessant machen ohne in Anekdoten abzugleiten? Die Autoren  des Buches „Das Alte Rom. Leben und Alltag“ Nancy und Andrew Ramage haben die Exponate im Britischen Museum, die in über 250 Jahren gesammelt wurden, genutzt, um damit Einblicke in die Welt der Römer zu geben.

Zugleich wählten sie den Weg, in essayhafter Form und damit sehr lesenswert alle wesentlichen Themen der damaligen Zeit darzustellen.

Wir erfahren etwas über den Staatsaufbau und die Kaiser, die Industrie, die Spiele, den Haushalt, den Umgang mit Gesundheit und Tod und sie schreiben auch über das Vermächtnis.

„Das Studium des antiken Roms bietet die einmalige Gelegenheit, das Verständnis für die Grundlagen der modernen, westlichen Zivilisation zu verstehen. Fast alles, was sich nach dem Fall Roms ergab, wurde auf irgendeine art und weise von Rom und seinen Traditionen beeinflusst und geprägt, ob im Guten oder im Schlechten.“

So ist es. Wenn man in dem Buch zu lesen anfängt, gelingt es den Autoren sehr schnell, das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen. Das Buch regt einfach dazu an, Vergleiche zu ziehen.

In den Kapiteln über Porträts von Kaisern und von Privatleuten wird zum Beispiel beschrieben, wie wichtig Augustus die Darstellung auf Porträtbüsten war. Welche Frisur war angemessen, Augen, Kopfform, die Wahl des Steins und vieles mehr.

Man fühlt sich direkt an die Fotografie von heute erinnert. Es sind dieselben Fragen, nur die Materialien sind anders – und die Haltbarkeit. Die war bei den Römern besser.

Wir sehen an anderer Stelle Wasserpumpen aus dem dritten Jahrhundert. Sie könnten von heute sein. Da hat sich also nicht so viel verändert.

Die Autoren haben auch ein Kapitel mit der Überschrift „Die Quellen“. Dort stellen sie die Frage „Woher wissen wir das überhaupt?“ Und dann schildern sie, wie man an wissen kommt von den antiken Autoren über die Archäologie bis zu Sammlern und Sammlungen wie die im Britischen Museum.

Ich muß sagen, ich bin von dem Buch sehr angetan, weil es eine echte Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit im Spiegel des alten Roms ermöglicht. Es ist ein Buch, das eine Gesellschaft schildert ohne ein chronologisches Geschichtsbuch zu sein.

Es ist gut gemacht, übersichtlich im Layout  und in der Sprache, es zeigt viele Aspekte und erklärt auch die Details.

Es ist ein wirklich gut gemachtes Sachbuch, das man ohne Einschränkungen empfehlen kann. Das Buch ist im Theiss Verlag erschienen.

Ramage , Nancy H. / Ramage, Andrew
Das Alte Rom
Leben und Alltag

2012. 1. Auflage
192 Seiten mit 180 farbigen Abbildungen. 22 x 29 cm. Gebunden mit Schutzumschlag.
ISBN 978-3-8062-2620-1

 

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